Navigieren in Pfyn-Finges

Porträt

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wäre der Wiedehopf beinahe aus unseren Landschaften verschwunden, da große Insekten, die seine Hauptnahrungsquelle und geeignete Nistplätze darstellen, immer seltener werden.

Er hält sich vor allem in halboffenen Kulturlandschaften auf, in denen Düngemittel und Pestizide einen direkten und schädlichen Einfluss auf die Artenvielfalt haben. Durch Maßnahmen wie das Anbringen von Nistkästen konnten die Bestände seither wieder ansteigen. Heute werden sie auf 180 - 260 Paare in der gesamten Schweiz geschätzt. Der Vogel wird auf der nationalen Roten Liste jedoch weiterhin als VU (verletzlich) eingestuft und ist Gegenstand gezielter Erhaltungsmaßnahmen.

Ernährung
Der Wiedehopf ist hauptsächlich ein Insektenfresser. Seine Nahrung besteht aus Larven und großen Insekten wie der Maulwurfsgrille, manchmal aber auch aus Würmern und kleinen Eidechsen. Mit seinem langen Schnabel durchwühlt er den Boden und fängt seine Beute. Bereiche mit nacktem Boden (ohne Vegetation) sowie eine spärliche Vegetation sind daher besonders wichtig, um ihre Nahrung aufzuspüren und an sie heranzukommen.

Ökologische Anforderungen
Die Menge an Nahrung, das Vorhandensein von nacktem Boden und die Anzahl der verfügbaren Höhlen sind entscheidende Faktoren für die Fortpflanzung des Wiedehopfs. Seine Anwesenheit deutet in der Regel auf eine reichhaltige und vielfältige Entomofauna (Gesamtheit der Insekten) sowie auf Strukturen hin, die die Biodiversität fördern. Das Zentralwallis beherbergt den Großteil der Schweizer Wiedehopfpopulation, da das gemäßigte Klima den Bedürfnissen des Wiedehopfs sehr entgegenkommt.

Nistplatz
Als höhlenbewohnende Art nutzt der Wiedehopf alle Arten von Höhlen, um sein Nest zu bauen. Besonders beliebt sind alte Spechthöhlen, Höhlen in toten Bäumen oder alte Gebäude. Ein Paar legt 1 - 2 Mal pro Jahr Eier. Die 5 - 6 Eier werden etwa 15 Tage lang bebrütet. Nach 7 - 8 Wochen verlassen 4 - 6 Jungvögel das Nest.

Migration
Als Zugvogel erreicht der Wiedehopf normalerweise Afrika, um dort den Winter zu verbringen. Im Zuge des Klimawandels wird der Wiedehopf in dieser Zeit jedoch immer häufiger im Mittelmeerraum beobachtet. In unseren Regionen kann man ihn zwischen März und September beobachten.

Stinkende Verteidigung
Nur im Nest und während der Fortpflanzungszeit sondern das Weibchen und die Jungen eine übelriechende Substanz aus ihrer Drüse an der Schwanzwurzel ab. Diese Substanz scheint einerseits gegen Parasiten gerichtet zu sein und andererseits Raubtiere auf Abstand zu halten. Wenn das nicht ausreicht, versprühen die Jungtiere Kot, um Raubtiere von der Nisthöhle fernzuhalten.

Das Projekt "Parkvogel"
Als Partnerorganisationen haben das Netzwerk Schweizer Pärke und die Schweizerische Vogelwarte im Jahr 2022 das nationale Projekt "Parkvogel" ins Leben gerufen.
Dieses gemeinsame Projekt hat zum Ziel, landschaftstypische und/oder seltene Vogelarten zu fördern, ihre Lebensräume zu erhalten und aufzuwerten und Synergien zur Förderung der Biodiversität zu nutzen. Der Naturpark Pfyn-Finges zeichnet sich durch seinen ornithologischen Reichtum aus. Als es darum ging, den Symbolvogel unserer Region zu definieren, fiel unsere Wahl auf den Wiedehopf.
Der Naturpark verpflichtet sich mit diesem Projekt, diese wunderschöne Vogelart zu fördern und verschiedene Maßnahmen zu entwickeln, die ihren Schutz begünstigen. Denn obwohl der Wiedehopf nachweislich bereits regelmäßig auf dem Gebiet des Naturparks brütet, bieten die Rhoneebene und ihre Hänge noch zahlreiche Möglichkeiten, um seine Präsenz zu verstärken.

Zurück
© Heinz Müller© Heinz Müller

© Heinz Müller

© Heinz Müller© Heinz Müller

© Heinz Müller

Die Schweizerische Vogelwarte

Die Schweizerische Vogelwarte ist eine gemeinnützige Stiftung für die Erforschung und den Schutz der Vögel. Entdecken Sie detaillierte Porträts der Vögel in der Schweiz auf der Website.

Die Schweizer Pärke für die Natur

Entdecken Sie die Projekte, die die Schweizer Pärke in Partnerschaft mit der Schweizerischen Vogelwarte durchführen.