Die offenen Lebensräume der gelben Ebene sind das Produkt traditioneller extensiver Nutzung durch den Menschen oder kommen oberhalb der Waldgrenze vor. Je nach Nutzungszweck und -intensität ändert sich die Artenzusammensetzung und Wuchshöhe von Wiesen und Weiden. Je nährstoffärmer der Standort, umso artenreicher ist die Lebensgemeinschaft. Eine extensive Mahd oder Weide trägt zum Erhalt dieses Artenreichtums bei. Die krautigen Gesellschaften der Brachen und Ruderalfluren siedeln sich auf vegetationsfreien Standorten wie Wegrainen und Bauschutt an. Säume bilden Übergänge von Offenland zu Hecken und Waldrändern und sind ebenfalls von krautigen Pflanzen dominiert.
Als Folge hoher Nährstoffeinträge, einer generellen Intensivierung der Landwirtschaft sowie der Ausbreitung von Siedlungen sind heute nur noch wenige Flächen übriggeblieben. Für die Biodiversität nötig wären jedoch mindestens 10–20 % naturnahe artenreiche Flächen im offenen Kulturland, wovon Elemente der gelben Ebene einen grossen Teil ausmachen.
Ökosystemleistungen
- Lebensraum vieler Nützlinge wie Wildbienen, Spinnen oder Laufkäfer
- Fortpflanzungsort für wichtige Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen
- Nachhaltige Bodenbildung und Nährstoffkreisläufe
- Blühende Wiesen mit hohem ästhetischem Wert als Teil einer attraktiven Kulturlandschaft
- Artenreiches, dauerhaft bestehendes Grasland wirkt als Kohlenstoffspeicher gegen den Klimawandel
Aufwertung und Wiederherstellung
- Im Ackergebiet Streifen von Brachen und Ruderalflächen im Abstand von 100 bis 200 m anlegen
- Etappenweise Mahd mit insektenfreundlicher Mähweise (Balkenmäher, Sense), alle 100 m einen Altgrasstreifen belassen oder die Hälfte der Fläche ungemäht überwintern
- Schnittgut mindesten einen Tag liegen lassen und nicht in Siloballen abpacken
- Mulchen von Böschungen im Sommer unterlassen (zerstört einen Grossteil der Insekten)
- Fachgerechte Anlage, vorzugsweise mit regionalem Saatgut z.B. durch Mahdgutübertragung von geeigneten Spenderflächen
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