Alle Lebensräume der dunkelblauen Ebene sind zumindest zeitweise vom Wasser geprägt. Die Lebensgemeinschaften von Stillgewässern sind abhängig von deren Grösse und Tiefe und ändern sich zum Ufer hin von aquatisch zu terrestrisch. Intakte Hochmoore sind dauerhaft nass, wodurch die bestandesbildenden Torfmoose nicht abgebaut werden und sich so als organisches Material ablagern. Riede und Röhrichte kommen ebenfalls an dauerhaft sumpfigen Standorten vor. Sie sind von Gräsern dominiert, äusserst produktiv und haben teils ausserordentliche Wuchshöhen. Auf nährstoffärmeren, nassen Standorten entstehen natürlicherweise von Sauergräsern dominierte Flachmoore. In Feuchtwiesen dagegen überwiegen Süssgräser. Feuchtwiesen sind auf extensive Nutzung wie Beweidung oder Mahd angewiesen; ohne Nutzung könnte auf ihren wechselfeuchten Standorten Wald aufwachsen.
Der grösste Teil der Feuchtgebiete wurde seit 1850 zerstört. Zusätzlich zur Sicherung der bestehenden wertvollen Gebiete ist eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Fläche dieser Lebensräume nötig, um deren Artenvielfalt und Ökosystemleistungen langfristig zu erhalten. Für die Vernetzung braucht es zusätzliche Weiher und Feuchtwiesen sowie wiedervernässte Flächen zwischen den Gewässern und weitere saisonal genutzte Lebensräume z.B. für Amphiben und Reptilien.
Ökosystemleistungen
- Trinkwasserreservoir/ wasserreinigende Eigenschaften
- Lokale Kühlung
- Wasserrückhaltevermögen, Schwammwirkung
- Speicherung von Kohlenstoff und damit Klimaschutz
- Fischerei
- Hoher Erholungswert
Aufwertung und Wiederherstellung
- Konsequente Ausscheidung und Einhalten von Pufferzonen u.a. zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen und Störungen
- Regelmässiges Entfernen von Neophyten und Gehölzen bis auf wenige Einzelbäume/ Buschgruppen für prioritäre Zielarten, wo angebracht
- Mahd nur einmal pro Jahr, angepasst an Zielarten, zwischen Ende Juli und Oktober. 10–20 % als Brache stehen lassen, insektenschonende Mähweise (Balkenmäher/ Sense)
- Schnittgut vor Ort trocknen, damit Pflanzen versamen und Insekten ausweichen können
- Allfällige Beweidung auf Vegetationstyp und Zielarten abstimmen
- Pflege der Stillgewässer im Herbst; nur die Hälfte der Fläche pflegen
- Entferntes Material erst am Ufer lagern, damit Tiere zurück ins Wasser können
- Im Wasser stehende Röhrichte müssen nicht gemäht werden
- Entlang von Seeufern und Altläufen breite Schilfsäume stehen lassen















